Ökobilanzierung

Ökobilanzierung

Das Thema des effizienten Einsatzes vorhandener Ressourcen wird im Bauen eine Schlüsselrolle einnehmen. Für die Bewertung von Architektur stellen die ökologischen Auswirkungen von Baumaterialien daher neben ästhetischen, funktionalen und ökonomischen Kriterien weitere belastbare Parameter dar. Die Entwicklung der Umweltkennwerte und der Ökobilanzierung versucht das Fachgebiet ee auf zwei unterschiedlichen Ebenen in der Entwicklung voranzutreiben. Zum einen erstellen wir Ökobilanzen für Bauprodukte. Zum anderen arbeiten wir an vergleichenden Nachhaltigkeitskennwerte von Baumaterialien und Bauteilschichten. Das Fachgebiet nutzt dazu je nach Anforderungsprofil die Softwareprogramme LEGEP oder GaBi4.

Integration vergleichender Nachhaltigkeitskennwerte von Baumaterialen nach Bauteilschichten in einen Baustoffatlas der DETAIL Altlantenserie
Kaum eine Publikation bereitet das Thema Nachhaltigkeit von Baumaterialien in einer für Architekten und Ingenieure angemessene Art auf. Es soll daher im Rahmen dieses Forschungsprojektes ein Planungsinstrument erarbeitet werden, das zum einen alle notwendigen Materialkennwerte in komprimierter Art und Weise zur Verfügung stellt, auf der anderen Seite aber über die notwendige Flexibilität verfügt, um schnell Alternativen zu überprüfen und somit den Entwurfsprozess des Architekten zu unterstützen.
Die Vorgehensweise zur Bestimmung von Nachhaltigkeitskennwerten sind in DIN ISO 14040-43 (LCA-impact assessment) beschrieben. Zusätzlich sollen die Dauerhaftigkeit der Baumaterialien sowie deren Recyclingfähigkeit qualifiziert bzw. quantifiziert werden. Somit soll dem Benutzer ein umfassender Datensatz über den Lebenszyklus des Baumaterials zur Verfügung gestellt werden.
Die Bereitstellung der Daten für Architekten und Ingenieure soll in einer Abfolge von drei Schritten erfolgen. Zunächst sollen bauübliche, grundlegende Materialien gegenübergestellt werden. Der zweite Schritt ist der Vergleich rein technisch und ökonomisch gleichwertige erscheinende Materialien in ihrer entsprechenden Anwendung. Beispiele für solche Materialgruppen sind Dämmstoffe, Dichtungsbahnen und Beschichtungsstoffe. Planende verwenden diese Materialien häufig, ohne die Planungsentscheidung auf Ihre Nachhaltigkeit zu untersuchen. Im dritten Schritt sollen Materialien verglichen werden, die in Zusammenhang mit architektonischen Gestaltungsentscheidungen stehen. Als Beispiele für solche Gruppen können Fassadenmaterialien, Dachdeckungen oder Fußbodenbeläge gelten.
Die Errechnung der Kennwerte für die Baustoffe und Bauteilschichten wird mit zwei anerkannten LCA- Softwaretools erfolgen. Im Rahmen des Vorhabens wird ein Abgleich zwischen den Ergebnissen und damit eine Aussage darüber möglich werden, welche Genauigkeiten und welche Potentiale zur Zeit in der LCA- Bilanzierung liegen und an welcher Stelle noch weiterer Forschungsbedarf besteht.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

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