Nachhaltige Architekturwettbewerbe

Dissertation „Nachhaltigkeitsorientierte Architekturwettbewerbe“

von Dipl.-Ing. Architekt Matthias Fuchs

Architekten sind der Qualität unserer Umwelt in ganz besonderer Weise verpflichtet. Kein anderer Beruf greift so tief in die Sinnes- und Lebenswelt des Menschen und zugleich in die weltweiten Energie- und Stoffströme ein. Auch wenn in Deutschland seit Mitte der 1990er-Jahre das Konzept der „Nachhaltigkeit“ die Grundlage für eine integrative, globale Politikstrategie bildet – so steht das Bauwesen erst am Anfang eines notwendigen Paradigmenwechsels.

Die Entwicklung von Architekturkonzepten, die den umfassenden Kriterien des nachhaltigen Bauens entsprechen, beginnt mit der Grundlagenermittlung und nimmt bereits nach dem Stadium des Vorentwurfes deutlich ab. Zur Bewältigung komplexer Problemstellungen bedarf es einer qualifizierten Auseinandersetzung in der frühen Planungsphase. Die Definition von Projektzielen und präzise formulierten Anforderungen in den Auslobungsunterlagen tragen maßgeblich dazu bei, die „Trefferquote der Entwürfe“ zu erhöhen. Auch wenn die „Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe“ (GRW) bereits in der Fassung von 1995 als Beurteilungskriterien „ökologische Anforderungen und Umweltverträglichkeit“ und deren mögliche Bedeutung für die Lösung von Wettbewerbsaufgaben explizit ausweist, so waren ökologische oder gar am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtete Beurteilungskriterien bisher kaum wettbewerbsentscheidend.

Derzeit wird Nachhaltigkeit meistens als additiver Zusatz von Planungsprozessen betrachtet. Um den Anforderungen zukunftsfähiger Bauten zu entsprechen – und folglich mit dem geringstmöglichen Einsatz von Energie und Ressourcen die höchstmögliche Gesamtwirtschaftlichkeit, Behaglichkeit und Architekturqualität zu erzielen – ist Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Projektauslobung sowie des weiteren Wettbewerbsverfahren zu verankern.

Die Dissertation „Nachhaltigkeitsorientierte Architekturwettbewerbe“ erläutert alle erforderlichen Grundlagen, Potentiale, Abläufe und Durchführungsempfehlungen für zeitgemäße Wettbewerbsverfahren. Zudem verdeutlicht der Leitfaden auf Grundlage von Best-Practice-Beispielen die einzelnen Bearbeitungsschritte im Detail.